Die erste eigene Animation
Von
Dipl. Kom. Wilfred Lindo
Nach dem wir Sie im ersten Teil unseres Workshops in die Welt von Multimedia eingeführten und uns mit dem Bereich Grafik beschäfigt haben, gehen wir heute auf den Bereich Animation ein. Ihr kommt eine besondere Bedeutung zu, wenn es darum geht, komplexe und komplizierte Abläufe dem Betrachter zugänglich zu machen. Wir zeigen Ihnen, daß Sie auch mit wenigen Mitteln schon gut animierte Sequenzen erzeugen können.
Die Animation
Das Motto bei dem Einsatz einer Animation kann sogar noch erweitert werden: Sagt schon ein Bild mehr als 1000 Worte, so kann eine Animation bestimmt über 10000 Worte für sich in Anspruch nehmen. Durch die bloße Kombination von Text und Grafik stoßen Sie bei der Erklärung mancher Abläufe einfach auf natürliche Grenzen. Erst durch den Einsatz von aufeinanderfolgenden Bildsequenzen machen Sie dem Betrachter einen beliebigen Prozeß begreiflich. Neben der didaktischen Komponente lockert natürlich diebewegte Bildinformation auch jede Präsentation auf und weckt Interesse für Ihre multimediale Anwendung.
Wie funktioniert das eigentlich?
Die Grundidee bei der Animation liegt sicherlich in der realistischen Wiedergabe von natürlichen Bewegungsabläufen. Dabei stand natürlich der Zeichentrickfilm oder das Daumenkino Pate. Alle Animationen bestehen aus einer Aneinanderreihung vieler Einzelbilder, die sich bei Weiterentwicklung eines Prozesses in einigen kleinen Details verändern. Je feiner die Abstufungen zwischen den einzelnen Bildern sind, desto fließender erscheint dem Betrachter die Bewegung. Der eingentlich Trick liegt nun in der Anzahl und der Geschwindigkeit des Ablaufes der Bilder. Spielen Sie dem menschlichen Auge 25 bis 30 Einzelbilder pro Sekunde vor, so kann der Zuschauer die Einzelsequenzen nicht mehr erkennen, sondern nimmt einen bewegten Ablauf wahr.
Die erste eigene Animation
Ausgangspunkt Ihrer eigenen Animation sind einzelne Grafiken. In der letzten Ausgabe haben wir bereits die Erstellung von eigenen Grafiken oder das Beschaffen eines gewünschten Bildes besprochen. Diese Bild soll nun die Grundlage für eine Animation werden. Für eine flüssigen Ablauf benötigen wir nun für jede Sekunde eine bestimmte Anzahl von weiteren Grafiken. Dabei reicht bei einfachen Bewegungsabläufen auch eine geringere Zahl von Einzelbildern. Schon mit vier Bildern, die immer wieder hintereinander wiederholt werden, kann den Zuschauer ein Bewegungsablauf vorgegaukelt werden. Die Erstellung einer Animation ist somit stark von den Anforderungen und dem notwendigen Aufwand abhängig. Aber auch die technische Ausstattung spielt eine wesentliche Rolle bei dem Zusammenspiel der einzelnen Bilder. Haben die einzelnen Sequenzen einen hohen Farbanteil und viele Details, so braucht die Grafikkarte eine gewisse Zeit um die Information umzusetzen. Für professionelle Anwendungen kommt daher nur ein leistungsstarker Rechner mit ausreichend Arbeitsspeicher in Frage.
In unserem Workshop wollen wir uns auf eine einfache Animation mit nur wenigen Bildern beschränken. Dazu erstellen ein Bild mit einem beliebigen Grafik- oder Zeichenprogramm. Es bildet die Basis für unsere Animation. Dann speichern Sie jeweils unter einem anderen Namen kleine Änderungen in Ihrer Grafik oder Zeichnung ab.
Die so erzeugte Bildreihe wird anschließend in eine spezielle Animations-Software eingespielt. Das Programm stellt die einzelnen Sequenzen so dar, daß ein Bewegungsablauf zu stande kommt.
Das richtige Animationsprogramm
Das Angebot von speziellen Animationsprogrammen ist mitterweile sehr umfangreich. Die Firma Autodesk hat dabei einen der ersten Standards geschaffen. Mit dem Programm Animator können Sie beispielsweise Ihre eigene Animation probelmlos erstellen. Für ganz einfache Beispiel gibt es auch schon im Public Domain oder Shareware-Bereich recht interessante Angebot. Per in den professionellen Bereich vorstoßen will, muß schon tiefer in die Tasche greifen.
Bevor Sie sich an die eigentliche Umsetzung heranwagen, sollten Sie die einzelnen Schritte in Ihrer Animation in einem sogenannten Storyboard (Drehbuch) festhalten. Während der Zusammenstellung und Erzeugung der verschiedenen Bilder, ist es sehr hilfreich, nach einem Konzept zu arbeiten. So sind gerade bei längeren Abläufen vor bösen Überraschungen gewappnet und die fertige Animation wirklich das darstellt, was Sie darstellen wollten. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das beherrschen des Programmes. Wenn Sie bereits bei der Konzeption die technischen Möglichkeiten und Grenzen Ihrer Software kennen, ist einfacher bestimmte Umsetzung zu realisieren.
Animation unter Windows
Um die fertige Animation unter Windows abzuspielen, gibt es zwei unterschiedliche Wege. Entweder Sie verwenden ein unter Windows laufendes Programm, das direkt die Sequenz abspielt. Hier gibt es bereits sehr günstige Programme zu kaufen. Oder Sie haben eine Animation erstellt, die das FLI- oder FLC-Format hat. Dann können Sie mit einem speziellen MCI-Treiber unter Windows direkt die standardmäßige Medien-Wiedergabe benutzen. Starten Sie die Medien-Wiedergabe und wählen die Option Animation im Menü Gerät aus. Darauf erscheint das entsprechende Dateiauswahlfeld und nach der Anwahl Ihrer Animation starten es bereits.
Neue Tendenzen
Zunehmend setzt sich im Multimedia-Bereich die Verarbeitung von Videosignalen durch. Um jedoch ganze Videosequenzen aufzunehmen, benötigen Sie eine kostspielige Hardware-Ausstattung im Form einer Video-Overlay-Karte. Es gibt aber auch einen Weg, ohne große Aufwände Video-Animationen unter Windows abzuspielen. Mit Video für Windows hat Microsoft ein Software-Produkt herausgebracht, mit dem Sie über die Medien-Wiedergabe beliebige Videosequenzen mit Ton abspielen können. Die Dateien mit der Endung AVI brauchen dann nur noch gestartet werden und schon können Sie Ihren Lieblingsfilm auf dem Rechner bewundern. Allerdings ohne Anschaffung einer Videokarte können Sie keine einen Video-Animationen erzeugen.
Standards für Animation
Mit der Verbreitung von Multimedia setzen sich auch zunehmend technische Weiterentwicklungen durch.
FLI-Format: Als Standard im Animationsbereich hat sich das Programm Animator der Firma Autodesk durchgesetzt.
AVI-Format: Dieses Format dient zur gemeinsamen Speichern von Audio- und bewegten Bildsequenzen in einer Datei. AVI wird von Microsofts Video for Windows unterstützt. Grundsätzlich kann jeder PC ohne Hardware-Zusätze die gespeicherten Videosequenzen abspielen. Wobei Bildqualität und Abspielgeschwindigkeit abhängig von der Rechnerkonfiguration ist (AVI=Audio Video Interlaced).
Über den Autor:
Redaktionsbüro Lindo http://www.lindo.de.
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