Suche
Interessante Literatur
 
Links


 

 

Inhalte

Vom Abakus zum Multimedia-PC

Von Dipl. Kom. Wilfred Lindo

Computer und Geschichte? Die Kiste gibt es doch erst ein paar Jahre. Sicherlich existiert der klassischen Personal Computer erst seit wenigen Jahren. Der „Persönliche Computer" des 20. Jahrhunderts entstanden aus den Rechenhilfen des Mittelalters. Dabei beschränken sich die heutigen „Rechenmaschinen“ inzwischen nicht nur auf das Addieren von Zahlenreihen. Dies hätte sich auch Konrad Zuse vor mehr als sechzig Jahren nicht träumen lassen, als er einen mechanischen Rechner konstruierte. Dessen Arbeitsspeicher wies die für damalige Verhältnisse unglaubliche Kapazität von 1024 Bit auf und beanspruchte etwa einen Kubikmeter Raum.

Wer einen Blick auf den Vorläufer der heutigen Rechner werfen will, findet einen Nachbau im Museum für Verkehr und Technik in Berlin. Die tausendfache Speicherkapazität und mehr paßt heute in einen Mikrochip, der im Portemonnaie zwischen dem Kleingeld verschwindet.

Etwa genau so lange wie Zuses Pionierstart ist es her, dass ein Herr von Neumann darüber nachdachte, wie logische Maschinen organisiert sein müssten, um Rechenaufgaben zu lösen oder Abläufe in der Industrie zu steuern. Beide, von Neumann mit dem von ihm erdachten Funktionsprinzip, und Zuse, der eine logische Maschine baute, ermöglichten erst den Siegeszug der Computer.

Der Siegeszug des PC begann sehr viel später. In den 50er und 60er Jahren wurden Großrechner alltäglich. Erst in den 70er Jahren entstanden, zum Teil auf dem Basteltisch oder in der Garage, die ersten Mikrocomputer. Sie waren klein und für den persönlichen Gebrauch bestimmt. Aber nur Technikbegeisterte schafften sich eines dieser teuren Spielzeuge an, denn außer den Computern aus dem Hause Apple taugte kaum einer diesen Winzlinge für mehr als das Programmieren.

Erst 1981, als IBM den PC präsentierte, traten die kleinen Rechner ihren Siegeszug an. Heute sind sie, zu hunderten vernetzt, ein echte Konkurrenz zu Großrechnern. Daß die IBM-PCs bei ihrer Geburt nicht mal den technisch neuesten Stand berücksichtigten und noch dazu teuer waren, konnte ihre massenhafte Verbreitung nicht verhindern. Denn sie lassen sich über Steckplätze mit Zusatzbaugruppen einfach an verschiedenste Aufgaben anpassen. Sind also wirklich persönlich und jeder kann sie nachbauen.

In der Erfolgsstory des PC spielt auch die Firma Microsoft des Bill Gates eine gewichtige Rolle. Damals noch Spieler in der zweiten Liga der Softwareschmiede kam er mehr durch Zufall an den Auftrag, ein Betriebssystem für die IBM-PC zu schreiben. Heute dominiert die Firma mit Windows in den verschiedensten Varianten nicht nur den Markt der Betriebssysteme für Mikrocomputer, sondern mit unzähligen anderen Produkten den Softwaremarkt für PCs überhaupt.

Die Bilanz gut zwei Dutzend Jahre nach dem Startschuss: Kleine, „persönliche Rechner" haben die Geschäftswelt und viele private Haushalte erobert. Die Unternehmen IBM und Microsoft spielen in diesem Markt eine große Rolle, aber nicht mehr zusammen. Das Angebot an Rechnern aller Arten und Klassen ist schier unübersehbar.

Über den Autor:
Redaktionsbüro Lindo http://www.lindo.de.


Veröffentlicht durch eBookGuide.de